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E-Auto oder Benziner: Was kostet Autofahren im Jahr 2026 wirklich?

24. Sept.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 5. Okt.

An der Ladesäule oder Tankstelle ist der Vergleich schnell gemacht. Doch wer wissen will, welches Auto günstiger ist, muss weiterrechnen. Kaufpreis, Wertverlust, Versicherung, Wartung und Steuer gehören genauso dazu wie Strom und Benzin. Gerade beim Elektroauto entscheidet der Ladeort darüber, wie hoch die laufenden Kosten ausfallen. Eine ADAC-Berechnung vom April 2026 zeigt deshalb kein eindeutiges Ergebnis für alle Fahrzeuge. Je nach Modell und Strompreis liegt mal das Elektroauto, mal der vergleichbare Verbrenner bei den Gesamtkosten vorn.


E-AUTO oder VERBRENNER
E-AUTO oder VERBRENNER

Was kosten Strom und Benzin pro 100 Kilometer?


Für einen anschaulichen Vergleich nehmen wir zwei ähnlich große Autos und eine jährliche Fahrleistung von 15.000 Kilometern an. Das Elektroauto benötigt in unserem Rechenbeispiel 20 kWh Strom je 100 Kilometer, einschließlich angenommener Ladeverluste. Der Benziner verbraucht 6,5 Liter Super E10.


Beim Benzinpreis verwenden wir eine Momentaufnahme: Laut ADAC kostete Super E10 am 22. September 2026 bundesweit durchschnittlich 2,267 Euro je Liter. Strompreise hängen stärker vom Tarif und Ladeort ab. Der ADAC rechnet in seinem Kostenvergleich unter anderem mit 35 Cent je kWh für das Laden zu Hause und 60 Cent je kWh für ausschließlich öffentliches Laden. An einzelnen Schnellladesäulen kann spontanes Laden ohne Vertrag deutlich teurer sein.


Rechenbeispiel

Energiekosten pro 100 km

Energiekosten bei 15.000 km


Die Tabelle ist ein Rechenbeispiel, kein Vergleich bestimmter Fahrzeugmodelle. Sie enthält nur Strom beziehungsweise Kraftstoff. Strompreise von 35 und 60 Cent stammen aus den ADAC-Szenarien; 84 Cent nennt der ADAC als mögliches Beispiel für spontanes Laden an der Autobahn.


Das Ergebnis zeigt, wie stark die Lademöglichkeit ins Gewicht fällt. Wer überwiegend zu Hause für 35 Cent je kWh lädt, gibt in diesem Beispiel rund 1.160 Euro weniger im Jahr für Energie aus als mit dem Benziner. Bei 60 Cent je kWh schrumpft der Abstand auf rund 410 Euro. Wer regelmäßig zu besonders teuren Tarifen lädt, kann für Strom sogar mehr bezahlen als für Benzin.


Der Kaufpreis ist nur der Anfang


Ein günstiger Kilometerpreis gleicht einen höheren Kaufpreis nicht automatisch aus. Für die Rechnung über mehrere Jahre zählt vor allem, wie viel Geld nach dem späteren Verkauf des Autos verloren ist. Dieser Wertverlust kann größere Auswirkungen haben als eine einzelne Wartung oder einige Cent Unterschied beim Laden.


Beim Vergleich sollten deshalb zwei Fahrzeuge ähnlicher Größe und Ausstattung gegenüberstehen. Rechne für beide mit derselben Haltedauer und Jahresfahrleistung. Vom Kaufpreis des Elektroautos ziehst du nur eine Förderung ab, für die du tatsächlich berechtigt bist. Anschließend schätzt du den Wiederverkaufswert beider Autos und ergänzt die laufenden Kosten.


Für förderfähige elektrische Neuwagen gibt es 2026 wieder einen staatlichen Zuschuss. Bei rein batterieelektrischen Fahrzeugen beträgt die Basisförderung 3.000 Euro; abhängig von Einkommen und Familiengröße sind bis zu 6.000 Euro möglich. Die Förderung gilt für berechtigte Privatpersonen beim Kauf oder Leasing eines erstmals in Deutschland zugelassenen Neuwagens. Sie sollte daher nicht pauschal in jeden Preisvergleich eingerechnet werden.


Wartung, Steuer und Versicherung: Wo unterscheiden sich die Kosten?


Bei der Inspektion haben Elektroautos häufig einen Vorteil. Sie benötigen beispielsweise keinen Ölwechsel und keine neuen Zündkerzen. In einer ADAC-Stichprobe lagen die Kostenvoranschläge für Elektroautos bei den meisten untersuchten Marken unter denen vergleichbarer Verbrenner. Wie groß der Unterschied ist, hängt jedoch vom Fahrzeug und der Werkstatt ab. Reifen, Bremsen und andere Verschleißteile bleiben auch beim E-Auto Kostenpunkte.


Hinzu kommt die Kfz-Steuer: Reine Elektrofahrzeuge, die bis Ende 2030 erstmals zugelassen werden, sind für maximal zehn Jahre steuerbefreit, längstens bis Ende 2035. Beim Benziner hängt die Steuer unter anderem von Hubraum und CO₂-Ausstoß ab.


Für die Versicherung gibt es dagegen keinen pauschalen Gewinner. Der Beitrag richtet sich nach dem konkreten Modell, dem Wohnort, der Schadenfreiheitsklasse und dem gewünschten Schutz. Vor dem Kauf solltest du deshalb für beide Fahrzeuge ein Angebot mit denselben Fahrern, derselben jährlichen Fahrleistung und einem vergleichbaren Leistungsumfang einholen.


Was ändert sich ohne eigene Lademöglichkeit?


Wer zu Hause laden kann, kennt seinen Stromtarif und kann die Kosten gut planen. Ohne festen Ladeplatz wird der Vergleich schwieriger. Öffentliche Tarife unterscheiden sich nach Anbieter, Ladestation und Vertragsmodell. Nach einer ADAC-Untersuchung kann spontanes Laden ohne Vertrag erheblich teurer sein als ein passender Tarif. Zusätzliche Grundgebühren eines Ladetarifs müssen wiederum zur eigenen Fahrleistung passen.


Auch eine eigene Wallbox ist nicht kostenlos. Ihre Anschaffung und Installation gehören in die Gesamtrechnung, sofern sie eigens für das neue Auto nötig sind. Ein separater Autostromtarif kann den Preis je Kilowattstunde senken, bringt unter Umständen aber zusätzliche Kosten für Zähler und Grundpreis mit sich.


So berechnest du die Kosten für dein Fahrprofil


Am aussagekräftigsten ist eine Rechnung über die Jahre, in denen du das Auto voraussichtlich behältst:


Kaufpreis abzüglich möglicher Förderung und späterem Verkaufserlös, zuzüglich Energie, Versicherung, Steuer, Wartung und gegebenenfalls Ladeinfrastruktur.


Setze dabei deinen tatsächlichen Stromtarif, deinen Anteil an öffentlichem Laden und einen realistischen Verbrauch ein. Für den Benziner verwendest du denselben Zeitraum und dieselbe Fahrleistung. Ein einzelner hoher Spritpreis, wie in unserer Momentaufnahme vom September, sollte nicht ungeprüft für die gesamte Haltedauer fortgeschrieben werden.


Wer viel fährt und günstig zu Hause lädt, kann die laufenden Kosten eines Elektroautos deutlich senken. Wer wenig fährt, einen preiswerten Benziner bereits besitzt oder fast nur teuer öffentlich laden kann, kommt möglicherweise zu einem anderen Ergebnis. Welcher Antrieb 2026 weniger kostet, entscheidet sich am konkreten Auto und daran, wie du es nutzt.


Fazit


Insgesamt zeigt sich, dass die Entscheidung für ein Elektroauto oder einen Verbrenner nicht nur von den Anschaffungskosten abhängt. Es ist wichtig, alle laufenden Kosten zu berücksichtigen. Dazu gehören Energiepreise, Wartung, Versicherung und Steuer. Wenn wir diese Faktoren in unsere Überlegungen einbeziehen, können wir eine fundierte Entscheidung treffen.


Wir sollten auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, wie wir unser Fahrzeug nutzen. Die Art und Weise, wie wir fahren und wo wir laden, hat einen großen Einfluss auf die Gesamtkosten. Das Verständnis dieser Aspekte wird uns helfen, die richtige Wahl zu treffen und unsere Fahrerfahrung zu optimieren.


Denkt daran, dass die Wahl des richtigen Fahrzeugs nicht nur eine finanzielle Entscheidung ist, sondern auch eine Frage der Lebensweise und der persönlichen Werte. Lasst uns die Vor- und Nachteile abwägen und eine informierte Entscheidung treffen.

 
 
 

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