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Ja, auch Elektroautos lassen sich tunen.

10. Sept.
2 Min. Lesezeit

Die Möglichkeiten sind sogar recht vielfältig. Der Schwerpunkt liegt jedoch stärker auf Optik, Fahrverhalten, Aerodynamik und Software als auf klassischen Motorumbauten.


Felgen und Reifen

Neue Leichtmetallfelgen gehören zu den beliebtesten Veränderungen. Größere oder breitere Räder lassen ein Elektroauto sportlicher wirken und können das Fahrverhalten verändern.

Das hohe Fahrzeuggewicht verlangt jedoch Felgen und Reifen mit ausreichender Tragfähigkeit. Breite Reifen erhöhen häufig Rollwiderstand und Verbrauch. Dadurch kann die Reichweite sinken.


Fahrwerk und Tieferlegung

Für viele Elektroautos werden Sportfedern, Gewindefahrwerke und Spurverbreiterungen angeboten. Eine Tieferlegung reduziert den Abstand zur Straße und kann die Straßenlage sowie die Aerodynamik verbessern.

Wegen der schweren Batterie müssen die Bauteile ausdrücklich für das jeweilige Modell freigegeben sein. Auch die Bodenfreiheit und der Schutz des Akkus dürfen nicht beeinträchtigt werden.



Karosserie und Aerodynamik

Möglich sind unter anderem:

  • Frontspoiler und Seitenschweller

  • Heckspoiler und Diffusoren

  • Folierungen und Teilfolierungen

  • getönte Scheiben

  • aerodynamische Radabdeckungen

  • Carbonteile

  • geänderte Stoßfänger

Rein optische Anbauteile können den Luftwiderstand verschlechtern. Bei einem Elektroauto macht sich das schneller durch einen steigenden Verbrauch bemerkbar.


Software und Leistungssteigerung

Eine höhere Leistung lässt sich theoretisch durch Eingriffe in die Steuerung von Motor, Wechselrichter oder Batterie erreichen. In der Praxis ist das wesentlich schwieriger als klassisches Chiptuning bei einem Verbrenner.

Der Hersteller stimmt Elektromotor, Leistungselektronik, Batterietemperatur und Kühlung genau aufeinander ab. Eine Veränderung kann deshalb:

  • die Batterie stärker belasten

  • die Reichweite reduzieren

  • die thermische Belastung erhöhen

  • Garantieansprüche gefährden

  • Sicherheitsfunktionen beeinflussen

  • die Betriebserlaubnis berühren

Softwareeingriffe ohne Freigabe und Gutachten sind daher besonders riskant. § 19 StVZO berücksichtigt ausdrücklich auch zulassungsrelevante Softwareänderungen. § 19 StVZO


Bremsen

Sportbremsanlagen, größere Bremsscheiben und andere Beläge sind ebenfalls möglich. Dabei muss berücksichtigt werden, dass Elektroautos einen Teil der Verzögerung durch Rekuperation erzeugen. Änderungen müssen mit ABS, ESP und der elektronischen Bremssteuerung harmonieren.

Arbeiten an der Bremsanlage gehören grundsätzlich in eine Fachwerkstatt und müssen je nach Umbau abgenommen werden.


Innenraum und Technik

Auch im Innenraum gibt es zahlreiche Möglichkeiten:

  • Sportsitze

  • veränderte Lenkräder

  • Ambientebeleuchtung

  • hochwertige Soundsysteme

  • individuelle Verkleidungen

  • zusätzliche Displays

  • Kofferraum- und Campingumbauten

Bei Sitzen, Lenkrädern und Verkleidungen dürfen Airbags, Sensoren und Rückhaltesysteme nicht beeinträchtigt werden.

Künstlicher Motorsound

Soundmodule können einem Elektroauto einen sportlichen Klang verleihen. Das Geräusch wird über Außenlautsprecher erzeugt. Solche Systeme müssen die geltenden Geräuschvorschriften erfüllen. Das serienmäßige akustische Warnsystem für niedrige Geschwindigkeiten darf nicht verändert oder deaktiviert werden.


Was vor dem Umbau geprüft werden sollte

Für Felgen, Fahrwerke und Anbauteile sollten eine ABE, eine Teilegenehmigung oder ein Teilegutachten vorhanden sein. Fehlen geeignete Nachweise, kann eine Einzelabnahme erforderlich werden. Mehrere Umbauten können sich gegenseitig beeinflussen, etwa eine Kombination aus Tieferlegung, Spurplatten und größeren Felgen. TÜV Rheinland, TÜV SÜD

Vor dem Kauf empfiehlt sich diese Reihenfolge:

  1. Freigabe für das genaue Fahrzeugmodell prüfen

  2. Auswirkungen auf Reichweite und Sicherheit klären

  3. Garantiebedingungen des Herstellers kontrollieren

  4. Umbau vorab mit TÜV oder DEKRA besprechen

  5. Versicherung über relevante Veränderungen informieren



Besonders sinnvoll sind leichte Felgen, passende Reifen, ein abgestimmtes Fahrwerk und aerodynamisch geprüfte Anbauteile. Bei Eingriffen in Batterie, Hochvoltsystem oder Antriebssoftware ist dagegen große Vorsicht geboten.

 
 
 

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