So lange halten Elektroauto-Batterien: Koreaner toppen Tesla-Akkus!
Die Batterie ist das teuerste Bauteil eines Elektroautos. Viele Käufer fragen sich deshalb: Wie lange hält der Akku wirklich? Muss er nach acht oder zehn Jahren ersetzt werden? Und lohnt sich ein gebrauchtes Elektroauto überhaupt noch?
Eine große Untersuchung des österreichischen Batterieprüfers Aviloo liefert beruhigende Antworten. Dafür wurden mehr als 500.000 Batterietests von 20 beliebten Elektroautomodellen ausgewertet. Die geprüften Fahrzeuge stammen aus den Jahren 2022 bis 2026.
Das Ergebnis: Die meisten Elektroauto-Batterien halten länger als viele Autofahrer vermuten. Nach 150.000 Kilometern besitzen zahlreiche Akkus noch ungefähr 90 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität.

Hyundai Ioniq 5 liegt vor Tesla
Besonders gut schnitt der Hyundai Ioniq 5 ab. Der koreanische Elektro-SUV erreichte unter den untersuchten Modellen die besten Werte.
Nach 50.000 Kilometern besaß seine Batterie im Mittel noch 97,2 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität. Nach 100.000 Kilometern waren es 95 Prozent. Selbst nach 150.000 Kilometern standen noch 92,8 Prozent zur Verfügung.
Damit lag der Hyundai Ioniq 5 vor den untersuchten Tesla-Modellen:
Hyundai Ioniq 5: 92,8 Prozent
Tesla Model Y: 90,3 Prozent
Tesla Model 3: 88,94 Prozent
Die Werte beziehen sich jeweils auf einen Kilometerstand von 150.000 Kilometern.
Das Tesla Model Y verlor damit im Mittel knapp zehn Prozent seiner ursprünglichen Batteriekapazität. Beim Model 3 waren es rund elf Prozent. Auch diese Ergebnisse sind keineswegs schlecht. Sie zeigen vielmehr, dass moderne Elektroauto-Akkus hohe Laufleistungen verkraften.
Was bedeutet eine Kapazität von 90 Prozent?
Eine Batterie mit 90 Prozent Restkapazität ist nicht defekt. Das Auto besitzt lediglich etwas weniger Reichweite als im Neuzustand.
Schaffte ein Elektroauto anfangs beispielsweise 450 Kilometer, könnten bei 90 Prozent Kapazität unter vergleichbaren Bedingungen noch ungefähr 405 Kilometer möglich sein.
Die tatsächliche Reichweite hängt jedoch auch von anderen Punkten ab:
Außentemperatur
Fahrgeschwindigkeit
Nutzung von Heizung oder Klimaanlage
Beladung des Fahrzeugs
Reifen und Reifendruck
Fahrstil
Straßenverhältnisse
Der angezeigte Batteriestand allein sagt deshalb nicht genau voraus, wie weit das Auto unter allen Bedingungen fahren kann.
Was bedeutet „State of Health“?
Der Zustand einer Elektroauto-Batterie wird häufig als „State of Health“ bezeichnet. Die Abkürzung lautet SoH. Übersetzt bedeutet das „Gesundheitszustand“.
Ein neuer Akku startet normalerweise mit einem Wert nahe 100 Prozent. Mit zunehmendem Alter und steigender Laufleistung sinkt dieser Wert langsam.
Ein SoH von 92 Prozent bedeutet, dass noch rund 92 Prozent der ursprünglich nutzbaren Kapazität vorhanden sind. Das Auto kann weiterhin problemlos gefahren und geladen werden. Seine Reichweite ist lediglich etwas geringer als am ersten Tag.
Warum schneiden Elektroautos unterschiedlich ab?
Nicht jede Batterie altert gleich schnell. Selbst bei zwei Fahrzeugen desselben Modells können deutliche Unterschiede auftreten.
Entscheidend sind unter anderem:
die verwendete Batterietechnik
die Größe des Akkus
das Kühlsystem
hohe und niedrige Temperaturen
die Häufigkeit von Schnellladungen
lange Standzeiten mit vollem Akku
das bisherige Ladeverhalten
die insgesamt gefahrenen Kilometer
Auch die Software des Fahrzeugs spielt eine Rolle. Das Batteriemanagement überwacht Temperatur, Ladeleistung und nutzbare Kapazität. Ein gutes System schützt den Akku vor zu hoher Belastung.
Kleine Batterien verlieren teilweise schneller Kapazität
In der Untersuchung schnitten einige Elektroautos mit kleineren Batterien schwächer ab. Der Nissan Leaf kam nach 150.000 Kilometern im Mittel noch auf 86,67 Prozent. Beim Renault Zoe waren es 87,33 Prozent. Der Mini Cooper SE der ersten Generation erreichte 87,11 Prozent.
Ein möglicher Grund: Fahrzeuge mit kleinen Akkus müssen für dieselbe Strecke häufiger geladen werden. Dadurch durchläuft die Batterie mehr Ladezyklen.
Beim Nissan Leaf kommt hinzu, dass viele Versionen keine aktive Flüssigkeitskühlung der Hochvoltbatterie besitzen. Hohe Temperaturen können die Alterung beschleunigen.
Ist häufiges Schnellladen schädlich?
Gelegentliches Schnellladen ist für moderne Elektroautos normalerweise kein Problem. Wer auf längeren Reisen eine Schnellladesäule nutzt, muss sich deshalb keine Sorgen machen.
Eine sehr häufige Nutzung hoher Ladeleistungen kann die Alterung jedoch beschleunigen. Besonders belastend wird es, wenn der Akku dabei sehr warm ist oder regelmäßig bis 100 Prozent geladen wird.
So lässt sich die Batterie schonen
Ein Elektroauto muss nicht ständig zwischen null und 100 Prozent geladen werden. Im Alltag reicht es meist aus, den Ladestand in einem mittleren Bereich zu halten.
Diese einfachen Regeln helfen:
im Alltag häufig nur bis 80 Prozent laden
den Akku nicht regelmäßig vollständig leer fahren
100 Prozent möglichst erst kurz vor einer längeren Fahrt erreichen
das Auto nicht tagelang mit vollem Akku abstellen
Schnellladen nutzen, wenn es tatsächlich gebraucht wird
bei großer Hitze möglichst im Schatten oder in einer Garage parken
Herstellerhinweise zur Batteriepflege beachten
Wer regelmäßig die gesamte Reichweite benötigt, darf den Akku trotzdem vollständig laden. Problematisch ist weniger das einzelne Vollladen als ein dauerhaft sehr hoher Ladestand.
Wie lange hält eine Elektroauto-Batterie in Jahren?
Eine genaue Jahreszahl lässt sich nicht für jedes Fahrzeug nennen. Laufleistung, Klima, Batterietechnik und Nutzung unterscheiden sich zu stark.
Die aktuellen Daten zeigen aber, dass viele Akkus auch nach 150.000 Kilometern noch etwa 90 Prozent ihrer Kapazität besitzen. Bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern entspricht das ungefähr zehn Jahren.
Das bedeutet nicht, dass die Batterie danach plötzlich ausfällt. Sie kann noch viele weitere Jahre genutzt werden. Die Reichweite nimmt lediglich langsam ab.
Viele Hersteller geben eine Batteriegarantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometern. Häufig gilt dabei eine Mindestkapazität von 70 Prozent. Die genauen Bedingungen unterscheiden sich je nach Hersteller und Modell.
Warum ein Batterietest beim Gebrauchtwagen wichtig ist
Kilometerstand und Alter reichen bei einem gebrauchten Elektroauto nicht aus. Zwei Fahrzeuge können gleich alt sein und dieselbe Laufleistung besitzen, während sich ihre Batterien deutlich unterscheiden.
Die Aviloo-Daten zeigen diese Streuung klar. Beim Tesla Model Y lagen 99 Prozent der untersuchten Fahrzeuge mit 150.000 Kilometern zwischen 82,9 und 94,9 Prozent Restkapazität.
Für Käufer bedeutet das: Ein unabhängiger Batterietest ist wichtiger als eine allgemeine Aussage über die Marke. Er zeigt, wie viel Kapazität der konkrete Akku noch besitzt.
Vor dem Kauf sollten Interessenten nach diesen Unterlagen fragen:
Batteriezertifikat oder unabhängiger Akkutest
Wartungsnachweise
verbleibende Batteriegarantie
Angaben zu Reparaturen am Hochvoltsystem
bisherige Ladeleistung und Ladehistorie, sofern verfügbar
nachvollziehbare Reichweite bei der Probefahrt
Tesla-Akkus sind trotz Platzverlust langlebig
Die Überschrift klingt nach einer Niederlage für Tesla. Die Messwerte zeigen jedoch kein grundsätzliches Tesla-Problem. Sowohl das Model Y als auch das Model 3 verfügen nach 150.000 Kilometern im Mittel noch über einen großen Teil ihrer ursprünglichen Kapazität.
Der Hyundai Ioniq 5 schnitt in dieser Untersuchung lediglich besser ab. Aus dem Ergebnis lässt sich nicht ableiten, dass jeder Hyundai-Akku besser als jeder Tesla-Akku ist. Zustand, Batterieversion und bisherige Nutzung bleiben entscheidend.
Die gute Nachricht betrifft fast alle untersuchten Fahrzeuge: Ein moderner Elektroauto-Akku ist normalerweise kein Verschleißteil, das nach wenigen Jahren komplett ersetzt werden muss. Auch nach einer hohen Laufleistung reicht die verbleibende Kapazität bei vielen Modellen weiterhin für den normalen Alltag.




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