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Ganzjahresreifen oder Winterreifen: Welche Lösung passt zu dir?

8. Okt.
4 Min. Lesezeit

Zweimal im Jahr einen Werkstatttermin vereinbaren, Räder transportieren und für die Einlagerung bezahlen: Der saisonale Reifenwechsel kostet Zeit und Geld. Ganzjahresreifen versprechen einen bequemeren Alltag. Ein Satz bleibt am Auto, im Sommer wie im Winter.

Doch passt diese Lösung auch zu deinen Fahrten? Gute Ganzjahresreifen können für wenig gefahrene Autos in Regionen mit milden Wintern sinnvoll sein. Wer regelmäßig auf verschneiten Landstraßen unterwegs ist, viele Kilometer zurücklegt oder in den Skiurlaub fährt, ist mit Sommerreifen und einem eigenen Satz Winterreifen meist besser aufgestellt. Entscheidend sind deine Strecken und die Bedingungen, unter denen du fahren musst.


Ganzjahresreifen oder Winterreifen
Ganzjahresreifen oder Winterreifen

Was unterscheidet Ganzjahresreifen von Winterreifen?

Winterreifen sind auf die kalte Jahreszeit ausgelegt. Ihre Gummimischung und die vielen feinen Einschnitte im Profil, die sogenannten Lamellen, unterstützen den Grip bei winterlichen Bedingungen. Sommerreifen setzen andere Schwerpunkte und sind für warme Straßen entwickelt.

Ganzjahresreifen, oft auch Allwetterreifen genannt, verbinden Eigenschaften beider Varianten. Sie müssen auf heißem Asphalt ebenso funktionieren wie bei Nässe und Schnee. Das macht sie vielseitig, verlangt aber Kompromisse. Ein guter Allrounder kann für deinen Alltag ausreichen, ohne in jeder Disziplin die Leistung eines guten saisonalen Spezialisten zu erreichen.


Wann sind Ganzjahresreifen eine gute Wahl?

Du fährst überwiegend in der Stadt, nutzt dein Auto eher wenig und kannst eine Fahrt bei starkem Schneefall verschieben? Dann lohnt sich ein Blick auf gut getestete Ganzjahresreifen. Auch für einen Zweitwagen können sie passen.

Der Vorteil liegt im Alltag: Der saisonale Wechsel entfällt, und du brauchst keinen Lagerplatz für einen zweiten Satz. Allerdings kann auch in einer gewöhnlich schneearmen Region plötzlich Winterwetter auftreten. Die Frage lautet deshalb: Kannst du das Auto dann stehen lassen, oder musst du morgens zuverlässig losfahren?

Der ADAC sieht Ganzjahresreifen besonders für geringe Fahrleistungen und überwiegend städtische Nutzung als mögliche Alternative. Winterliche Überlandfahrten sollten bei schwierigen Bedingungen verschiebbar sein.


Wann lohnt sich der Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen?

Wer viel fährt, häufig außerhalb der Stadt unterwegs ist oder regelmäßig winterliche Höhenlagen besucht, stellt höhere Anforderungen an seine Reifen. Hier spricht mehr für zwei saisonale Sätze.

Auch der Sommer gehört zur Entscheidung. Lange Autobahnfahrten mit einem voll beladenen Auto und hohen Temperaturen beanspruchen Reifen erheblich. Es reicht deshalb nicht, nur zu überlegen, wie oft vor deiner Haustür Schnee liegt. Dein Sommerurlaub kann ebenso gegen eine Ganzjahreslösung sprechen.


Welche Reifen passen zu deinem Fahrprofil?

Die folgende Tabelle dient als Orientierung. Die Qualität des konkreten Reifenmodells bleibt entscheidend.

Dein Fahrprofil

Eher passende Lösung

Wenige Kilometer, überwiegend Stadtverkehr, mildes Klima

Gut getestete Ganzjahresreifen

Zweitwagen, der bei starkem Winterwetter stehen bleiben kann

Ganzjahresreifen

Hohe Fahrleistung und regelmäßige Überlandfahrten

Sommer- und Winterreifen

Häufige Fahrten in schneereiche Regionen oder in die Berge

Sommer- und Winterreifen

Lange Sommerreisen bei Hitze und hoher Beladung

Eher Sommer- und Winterreifen

Diese Einordnung folgt den Empfehlungen des ADAC zur Wahl nach Einsatzgebiet, Fahrleistung und Witterung.


Sind Ganzjahresreifen im Winter erlaubt?

Ja, wenn sie das Alpine-Symbol tragen. Du erkennst es an einem Bergpiktogramm mit einer Schneeflocke. Ganzjahresreifen mit dieser Kennzeichnung gelten in Deutschland rechtlich als Winterreifen. Eine reine M+S-Kennzeichnung genügt seit dem 1. Oktober 2024 bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht mehr.

Für Pkw gilt eine situative Winterreifenpflicht. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte müssen geeignete Reifen auf allen vier Rädern montiert sein. Einen festen gesetzlichen Wechseltermin gibt es nicht. „Von Oktober bis Ostern“ ist eine Faustregel, keine gesetzliche Frist.


Was verrät der Ganzjahresreifentest 2026?

Dass die Bezeichnung „Ganzjahresreifen“ allein wenig über die Qualität aussagt, zeigt der ADAC-Test 2026 in der Größe 185/65 R15. Von 16 getesteten Modellen erhielt nur eines die Gesamtnote „gut“: der Continental AllSeasonContact 2.

Für deinen Kauf solltest du deshalb die Ergebnisse zur benötigten Reifengröße prüfen. Schau auch auf die einzelnen Disziplinen. Wie bremst der Reifen bei Nässe? Welche Schwächen zeigt er auf Schnee oder trockener Straße? Die Gesamtnote hilft bei der Vorauswahl, die Detailbewertungen helfen bei der Entscheidung für dein Fahrprofil.


Sind Ganzjahresreifen wirklich günstiger?

Sie können Kosten sparen, weil der regelmäßige saisonale Wechsel und die Einlagerung eines zweiten Satzes entfallen. Ob sie für dich über mehrere Jahre günstiger sind, lässt sich daraus allein aber noch nicht ableiten.

Vergleiche die Gesamtkosten: Reifenpreis, Montage, gegebenenfalls zusätzliche Felgen, Wechsel und Lagerung sowie die erwartete Nutzungsdauer. Bei zwei saisonalen Sätzen verteilen sich deine gefahrenen Kilometer auf beide. Acht gekaufte Reifen bedeuten daher nicht automatisch doppelte laufende Reifenkosten.

Hole dir am besten Angebote für beide Varianten ein. So vergleichst du deine tatsächlichen Ausgaben statt pauschaler Sparversprechen.


Wie viel Profil sollten die Reifen haben?

Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt bei Pkw-Reifen 1,6 Millimeter. Für Winter- und Ganzjahresreifen empfiehlt der ADAC aus Sicherheitsgründen mindestens vier Millimeter. Die gesetzliche Untergrenze und die Empfehlung für winterliche Fahrten sind also zwei unterschiedliche Maßstäbe.

Auch das Alter zählt: Gummi verändert sich mit der Zeit. Ausreichend Profil allein sagt deshalb noch nicht, dass ein älterer Reifen seine ursprünglichen Eigenschaften besitzt. Das Produktionsdatum erkennst du an den letzten vier Ziffern der DOT-Kennzeichnung. Sie nennen Kalenderwoche und Herstellungsjahr.


Darf man Winterreifen einfach im Sommer weiterfahren?

In Deutschland ist das nicht grundsätzlich verboten. Aus Sicherheitsgründen rät der ADAC jedoch davon ab. Winterreifen sind kein Ersatz für eine bewusst gewählte Ganzjahresbereifung.

Wenn du dir den saisonalen Wechsel sparen möchtest, prüfe passende Ganzjahresreifen anhand aktueller Tests. Wenn deine Fahrten sehr unterschiedliche Anforderungen stellen, lohnt sich die saisonale Lösung. Denk dabei an die Strecke, auf der du wirklich unterwegs bist: an den frühen Arbeitsweg über die Landstraße, die verschneite Zufahrt zur Ferienwohnung oder die lange Autobahnfahrt im Hochsommer.


Quellen und weiterführende Informationen


Stand: 8. Oktober 2026.

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