Smart #2: Der Zweisitzer kommt zurück.
Ein Auto muss nicht riesig sein, um Charakter zu haben. Manchmal reichen zwei Sitze und die Fähigkeit, in einer Parklücke zu verschwinden, an der andere längst vorbeigefahren sind. Mit dem neuen Smart #2 greift die Marke diese Idee wieder auf. Der elektrische Zweisitzer feierte am 12. Oktober 2026 seine Weltpremiere in Paris und ist in Deutschland ab 19.990 Euro angekündigt.

Für CHROMESTAR ist diese Rückkehr eine gute Nachricht. Wir mögen Autos, die eine erkennbare Aufgabe haben und ihren eigenen Weg gehen. Doch zwischen einem sympathischen Comeback und einem überzeugenden Kauf liegen ein paar Fragen: Passt der Preis? Wie unkompliziert lässt sich der Kleine laden? Und bleibt vom Kult auch im Alltag etwas übrig?
Der neue Smart #2 besinnt sich auf das kleine Format
Mit rund 2,75 Metern Länge und einem Wendekreis von 6,95 Metern setzt der Smart #2 auf kompakte Abmessungen. Zwei Sitzplätze, Hinterradantrieb und die geteilte Heckklappe gehören zum Konzept.
Genau darin sehen wir seinen Reiz. Wer meistens allein oder zu zweit fährt, muss nicht bei jeder Fahrt Platz für eine ganze Reisegruppe mitnehmen. Ein kleines Auto kann im Stadtverkehr schlicht die angenehmere Lösung sein.
Das klingt unspektakulär. Bis du abends zum dritten Mal um den Block fährst, weil die freien Stellplätze für dein Auto zu kurz sind.
Kompakte Maße lösen zwar nicht jedes Parkplatzproblem. Sie passen aber zu einer Marke, deren Name für uns immer auch ein Versprechen war: mit wenig Platz sinnvoll umgehen.
Reichweite und Laden: Was der Elektro-Zweisitzer bieten soll
Smart nennt einen 60-kW-Elektromotor, entsprechend rund 82 PS, und eine 35,8-kWh-Batterie mit LFP-Technologie. Die angestrebte Reichweite liegt bei bis zu 290 Kilometern nach WLTP. DC-Schnellladen soll mit bis zu 65 kW möglich sein. Unter optimalen Bedingungen gibt der Hersteller etwa 20 Minuten für den Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent an. Die technischen Angaben sind noch vorläufig, da das Fahrzeug das EU-Typgenehmigungsverfahren durchläuft.
Aus CHROMESTAR-Sicht passt diese Auslegung zur Idee eines Stadtautos. Wir erwarten von einem Zweisitzer keine Batterie, mit der sich möglichst seltene Urlaubsfahrten zum Maßstab für den gesamten Alltag machen lassen.
Entscheidend ist, ob die Reichweite zu deinen tatsächlichen Wegen passt. Arbeitsweg, Einkauf, Sport und gelegentliche Ausflüge ergeben ein anderes Nutzungsprofil als regelmäßige Langstrecken.
Die WLTP-Angabe ersetzt dabei keinen Alltagstest. Wie weit der Smart im Winter oder auf der Autobahn tatsächlich kommt, muss sich erst zeigen. Auch die maximale Ladeleistung allein sagt wenig darüber aus, wie angenehm eine längere Fahrt wird. Dafür zählt, wie zuverlässig und gleichmäßig das Auto unterwegs nachlädt.
Smart #2 Preis: Unter 20.000 Euro klingt gut, verdient aber einen zweiten Blick
Die angekündigten deutschen Einstiegspreise verteilen sich auf vier Ausstattungslinien:
Ausstattung | Einstiegspreis |
Pure | 19.990 Euro |
Pure+ | 20.990 Euro |
Premium | 24.490 Euro |
Couture Edition | 25.690 Euro |
Überführungs- und Zulassungskosten kommen hinzu. Verbindliche Bestellungen sind seit dem 13. Oktober 2026 möglich. Während der vollständige Online-Verkaufsstart für das erste Halbjahr 2027 vorgesehen ist, spricht smart Deutschland davon, den #2 ab Mitte 2027 auf die Straße zu bringen.
Unsere Meinung: Der Basispreis macht neugierig. Trotzdem bleiben knapp 20.000 Euro viel Geld für ein Auto mit zwei Sitzplätzen. Wer den Smart kaufen möchte, sollte sich deshalb fragen, welchen Wert seine kompakten Maße im eigenen Alltag haben.
Für einen Stadtbewohner kann genau dieses Format den Ausschlag geben. Wer dagegen regelmäßig weitere Personen mitnimmt, kauft mit einem Zweisitzer womöglich am eigenen Bedarf vorbei.
Bei der Ausstattung verdient das Laden besondere Aufmerksamkeit: Der Pure besitzt einen einphasigen AC-Lader mit technisch maximal 7,4 kW. Ab Pure+ sind bis zu 11 kW AC-Ladeleistung vorgesehen.
Wir würden zuerst prüfen, welche Ladeausstattung zur eigenen Lademöglichkeit passt. Ein Glasdach oder eine besondere Lackierung kann Freude machen. Eine passende Ladetechnik begleitet dich bei jedem Ladestopp.
Für wen das Smart-Comeback Sinn ergibt
Aus unserer Sicht passt der Smart #2 vor allem zu Menschen, die bewusst ein kleines Auto suchen. Nicht jeder braucht vier oder fünf Sitzplätze. Nicht jeder möchte ein großes Fahrzeug durch enge Straßen bewegen.
Besonders schlüssig wirkt das Konzept, wenn du meistens allein unterwegs bist und das Laden zu Hause oder am Arbeitsplatz in deinen Tagesablauf einbauen kannst.
Wer ausschließlich öffentliche Ladesäulen nutzen würde, sollte genauer rechnen und planen. Der Weg zur Säule, verfügbare Ladeplätze und der jeweilige Stromtarif gehören genauso zur Kaufentscheidung wie der Fahrzeugpreis.
Ein kleines Elektroauto ist erst dann bequem, wenn auch das Laden bequem ist.
CHROMESTAR-Meinung: Wir mögen die Idee. Jetzt muss das Auto liefern
Der Smart #2 spricht uns an, weil er eine klare Vorstellung davon hat, wofür er gebaut wird. Wir brauchen nicht in jeder Fahrzeugklasse noch mehr Außenmaß. Wir brauchen auch Autos, die sich auf ihre Aufgabe konzentrieren und dabei Charakter behalten.
Ob der neue Zweisitzer diesen Anspruch erfüllt, lässt sich nach einer Präsentation noch nicht beurteilen. Dafür fehlen uns eine eigene Probefahrt, Verbrauchswerte aus dem Alltag und Erfahrungen mit Bedienung, Komfort und Ladeverhalten.
Unsere Haltung zum Comeback ist trotzdem klar: Ein kleiner Smart hat seinen Platz. Und Autofaszination beginnt für uns nicht erst bei hoher Leistung oder breiten Kotflügeln. Auch ein durchdachter Zweisitzer kann Persönlichkeit haben.
Jetzt wollen wir sehen, ob der #2 diese Persönlichkeit auf die Straße bringt.




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